Motorrad Schlauchfelgen auf Tubeless umrüsten

Viele Reiseenduro-Fahrer beschäftigen sich früher oder später mit der Frage, ob sie ihre klassischen Speichenräder auf schlauchlosen Betrieb umrüsten können. Die Vorteile klingen verlockend: ein Nagel im Reifen lässt sich unterwegs mit einem Plug in ein paar Minuten reparieren, der Reifen bleibt auf der Felge und im besten Fall geht die Reise einfach weiter. Kein Rad ausbauen, kein Reifen von der Felge hebeln, kein Schlauchwechsel am Straßenrand. Wenn man sich dann durch Foren und Videos klickt, bekommt man schnell den Eindruck: „Ein bisschen Klebeband, etwas Dichtmasse – und schon ist jede Speichenfelge tubeless-fähig.“

Genau an diesem Punkt lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen. Denn die entscheidende Frage ist nicht, ob man Speichenlöcher irgendwie luftdicht bekommt. Die wirklich wichtige Frage lautet: Ist die Felge konstruktiv überhaupt für den schlauchlosen Betrieb geeignet? Hier spielt ein Bauteil die Hauptrolle, das in vielen Diskussionen nur am Rande auftaucht: der Hump – also die kleine Kontur im Felgenbett, die den Reifenwulst im Ernstfall dort hält, wo er hingehört.

Humps, MT- & WM-Profile, Schlauchfelgen

Um zu verstehen, warum das so wichtig ist, muss man sich kurz vor Augen führen, wie ein moderner schlauchloser Motorradreifen überhaupt auf der Felge sitzt. Das Felgenbett ist nicht einfach nur eine runde Rinne, sondern besitzt links und rechts ausgeformte Schultern, in die die Reifenwulst einrastet. Bei sogenannten MT- oder MT H2-Felgen sind hier zusätzlich Humps ausgeführt – kleine Erhebungen, die verhindern, dass sich der Wulst bei Druckverlust oder seitlicher Belastung einfach ins Tiefbett zurückbewegt. Genau diese Humps sind der Grund, warum ein Reifen auf einer Tubeless-Felge auch mit reduziertem Druck vergleichsweise sicher geführt bleibt, statt bei der ersten Querbelastung von der Felge zu springen.

Klassische Schlauchfelgen, wie sie an vielen älteren Enduros und luftgekühlten Modellen verbaut sind, folgen einem anderen Profilstandard. Sie sind meist als sogenannte WM-Profile ausgeführt, was die Nutzung eines Schlauchs voraussetzt. Die Speichen sitzen mittig im Felgenbett, die Kontur im Bereich der Wulst ist deutlich einfacher, und ein ausgeprägter Hump fehlt oft ganz. Das ist im Schlauchbetrieb aber kein Problem. Der Reifen wird durch den Schlauch aufgepumpt, der Wulst sitzt an seinem Platz, und wenn Druck verloren geht, ist immer noch der Schlauch das Bauteil, das als erstes nachgibt. Für den Einsatz mit Tubeless-Reifen ohne Schlauch ist diese Geometrie aber nie gedacht gewesen.

Dicht ist nicht gleich sicher – Probleme beim Umbau

In der Praxis sieht man häufig das gleiche Muster: Jemand nimmt eine klassische 21-Zoll-Speichenfelge in 1.60 oder 2.15 Zoll Breite, reinigt das Felgenbett, klebt ein hochwertiges Tape über alle Speichenlöcher, setzt ein schlauchloses Ventil und füllt bei Bedarf Dichtmilch in den Reifen. Ist alles sauber gearbeitet, hält die Kombination auf den ersten Blick dicht. Der Luftdruck bleibt stabil, die Probefahrt verläuft unauffällig – und gefühlt ist damit der Beweis erbracht, dass die Umrüstung funktioniert. Technisch ist aber nur die Dichtigkeit der Felge demonstriert. Nichts an diesem Umbau ändert die grundlegende Felgengeometrie. Die Wulstauflage bleibt die einer Schlauchfelge, und genau hier beginnt das eigentliche Problem.

Denn der kritische Moment im Tubeless-Betrieb ist nicht der perfekte Normalfall mit vollem Druck, sondern die Situation, in der etwas schiefgeht: ein Durchschlag, ein schleichender Platten, ein Aufprall im Gelände. Auf einer echten Tubeless-Felge mit Hump bleibt die Reifenwulst selbst bei deutlich reduziertem Druck meist erstaunlich gut am Platz. Das ist der Grund, warum viele Reiseenduristen bei einem Nagel im Hinterreifen zwar Druck verlieren, aber noch kontrolliert an den Rand rollen können. Auf einer Schlauchfelge ohne Hump kann derselbe Druckverlust dazu führen, dass der Wulst deutlich leichter ins Tiefbett rutscht. Im ungünstigsten Fall entlüftet der Reifen dann schlagartig. Genau das Szenario, das man mit einem Umbau ja eigentlich vermeiden will.

Neuer Felgensatz – wann mit Hump?

Wenn der aktuell verbaute Felgensatz oder nur der vordere Felgenring nun nicht geeignet ist, kann man nicht einen passenden Ring mit Hump bestellen? Ein Aspekt, über den selten gesprochen wird: Die gängigen Profilbreiten, bei denen die noch existenten Hersteller für gepunzte, ungebohrte Felgenringe überhaupt MT- oder MT H2-Profile produzieren, beginnen erst ab 2.50 Zoll Breite. Mögliche Fabrikate, wo man ungebohrte Felgenringe vom Werk bekommt, sind Takasago Excel aus Japan, SM Pro aus asiatischem Bereich und die Sanremo Rims aus Italien. Fabrikate wie Akront/ Morad, Weinmann oder BEHR werden nicht mehr produziert. Da gibt es wenn dann nur noch Altbestände. Bedenken sollte man dabei, dass es für Excel und SM Pro keine Papiere gibt.

Was ist technisch vertretbar?

Bei schmaleren Felgen, etwa 1.60, 1.85 oder 2.15 Zoll, sind gerade im Offroad- und Leichtendurosegment klassische Schlauchprofile sehr verbreitet. Teilweise gibt es zwar auch schmale MT-Profile, aber das ist bei mittig gepunzten Felgenringen sehr selten in OEM Produktionen vorgekommen.

Für den Schrauber im Hobbykeller ist zu beachten: Es ist ein großer Unterschied, ob er eine moderne 2.50×19-Felge mit MT H2-Profil oder eine alte, schmale WM-Schlauchfelge abdichtet. Im ersten Fall spricht technisch einiges dafür, dass ein sorgfältig ausgeführter Tubeless-Umbau funktionieren kann, weil die Wulstkontur zur Aufgabe passt. Im zweiten Fall baut man ein schlauchloses System auf einer Geometrie auf, die nie dafür gedacht war – das Tape mag dicht sein, die eigentliche Sicherheitsreserve des Systems bleibt aber fraglich.

Dass so viele Diskussionen sich vor allem um die richtige Wahl des Klebebands drehen, ist daher eigentlich eine Ablenkung vom Kern der Sache. Natürlich ist es wichtig, dass der Speichennippelbereich sauber abgedichtet wird, dass keine Blasen entstehen und das Band den Druck langfristig hält. Aber all das ist Feinarbeit, nachdem die fundamentale Frage geklärt wurde: Habe ich eine Felge mit Hump-Profil, das den Wulst in kritischen Situationen zuverlässig hält? Wenn die Antwort nein lautet, löst kein Tape der Welt dieses Problem. Es verlagert nur das Risiko in einen Bereich, der von außen schwer zu beurteilen ist – es sieht sauber aus, funktioniert eine Weile, aber im Grenzbereich weiß man nie, wie das Rad reagiert.

Dazu kommt die rechtliche Komponente. Wer eine klassische Schlauchfelge auf eigene Faust zum Tubeless-Rad umbaut, bewegt sich automatisch außerhalb dieses Freigaberahmens. Das muss nicht bedeuten, dass der Umbau sofort gefährlich ist – es heißt aber, dass im Zweifel niemand außer dem Umbauer die Verantwortung übernimmt. Spätestens bei einem Unfall mit Reifenschaden kann genau das unangenehm werden.

Exkurs 1: OEM Tubeless Speichenräder

Bei den neuen Reiseenduro Modellen, diversen Scrambler Aufbauten, sowie dem Großteil der KTM-Modelle ist ein Schlauchlos-Profil schon der Serien-Standard. Bei BMW, Triumph, Honda und Ducati gibt es zum Beispiel Felgenringe, welche von außen gespeicht werden.

KTM wiederum hat mittig gepunzte Profile, welche im Bett je Seite eine spezielle Nut besitzen um mit dem passenden OEM Dichtband abgedichtet zu werden. Wichtig zu wissen: Diese OEM Tubeless Felgenringe lassen sich in der Regel nicht mit anderen Radnaben kombinieren, da die Bohrungen in den Felgenringen im Winkel auf die OEM Naben abgestimmt sind.

Exkurs 2: Tubliss als Sonderfall

Immer wieder kommt in diesem Kontext das Tubliss-System von Nuetech auf. Vereinfacht gesagt ersetzt Tubliss den normalen Schlauch durch eine sehr hoch aufgepumpte Inneneinheit, die den Reifenwulst rundum gegen die Felge presst und damit gleichzeitig abdichtet und als Reifenhalter wirkt. Der eigentliche Reifen läuft außen quasi schlauchlos mit extrem niedrigen Drücken, bei Bedarf unterstützt durch Dichtmilch. Der große Vorteil: Das funktioniert auch auf schmalen Felgenringen, für die es gar keine klassischen MT H2-Profile gibt – und ist im harten Enduroeinsatz mit viel Grip und kaum Durchschlägen tatsächlich ein spannendes Konzept.


Für den Reiseenduro-Alltag hat das System aus meiner Sicht zwei Haken: Die Montage und Wartung sind deutlich aufwendiger als bei einem normalen Schlauch- oder Tubeless-Reifen, und das System ist in erster Linie für den Offroad-Bereich entwickelt worden, nicht für schwere Reisebikes mit hoher Dauergeschwindigkeit.

Die wichtigste Frage vor jedem geplanten Umbau lautet daher nicht: „Welches Tape ist das beste?“, „Welche Dichtmilch hält am längsten?“ oder „Welches exotische Abdichtsystem ist die Allzwecklösung?“, sondern ganz banal: „Welche Felgengeometrie habe ich eigentlich – und gibt es an meinem Felgenring einen echten Hump?“ Erst wenn diese Frage beantwortet ist, lohnt es sich, über Abdichtsysteme nachzudenken. Und genau hier trennt sich die Bastellösung aus dem Forum von einem Umbau, den man mit ruhigem Gewissen an einem voll beladenen Reisebike über den Alpenpass oder eine einsame Schotterpiste schicken möchte.

Sägezahnbildung an Motorrad Reifen

Ursachen und Hintergründe zur Sägezahnbildung

Spätestens nach der ersten Liebe zum Stollenprofil und dem später regelmäßigen Singsang ab ca 70 km/h, hat man sich mit ungleichmäßiger Profilbildung auseinandergesetzt. Natürlich darf der eine Kollege dabei nicht fehlen, welcher schelmisch grinsend auf deine Reifen zeigt und sich mit „Oh, das schaut nach Sägezahn aus!“ dazu äußert. Was hat es damit auf sich und warum wird es oft schlecht geredet?

Die Sägezahnbildung an Motorradreifen ist eine spezielle Form des Reifenverschleißes, die durch ungleichmäßige Abnutzung der Profilblöcke entsteht. Diese Abnutzung wird oft durch Fahrstil, Reifencharakteristik und äußere Bedingungen beeinflusst.

Die Hauptursachen für Sägezahnbildung:

  • Der persönliche Fahrstil. Schnelles Fahren in Kurven und starkes Beschleunigen können die Bildung vom Sägezahnprofil begünstigen, da die Profilblöcke beim Abrollen belastet und in Laufrichtung gestaucht werden. Diese Belastung löst sich beim weiteren Abrollen, was zu ungleichmäßiger Abnutzung führt.
  • Die Reifen- und Fahrwerkscharakteristik. Die Art der verwendeten Gummimischung, der Reifendruck und das Fahrwerks-Setup spielen ebenfalls eine Rolle. Ein falsches Federbein-Setup oder eine nicht optimal angepasste Dämpfung bei Fahrzeug Umbauten, können die Reifen ungleichmäßig belasten und so die Sägezahnbildung fördern.
  • Unebenheiten auf der Fahrbahn und eine nicht angepasste Achsgeometrie können ebenfalls zur Sägezahnbildung beitragen.

Ist die Sägezahnbildung an Motorrad Reifen gefährlich?

Sägezahnbildung an Motorradreifen ist nicht unbedingt gefährlich, kann jedoch die Fahreigenschaften des Motorrads beeinträchtigen. Sie führt zu ungleichmäßigem Verschleiß der Reifen, was das Abrollgeräusch verstärken, das Fahrverhalten verändern und die Lebensdauer der Bereifung verkürzen kann. Ein unruhiges Fahrgefühl kann die Folge sein.

Es ist durchaus normal, dass Sägezahnbildung bei Motorradreifen auftritt, insbesondere wenn der Fahrstil sportlich ist oder die Reifen bereits eine gewisse Laufleistung hinter sich haben. Der Trend hin zum Stollenprofil (leicht und grob), welcher nicht selten zu 95% auf der Straße bewegt wird, trägt natürlich auch dazu bei. Bei einem Stollenprofil ist die Sägezahnbildung entsprechend auffälliger als bei einem Straßenreifen. Aber seien wir mal ehrlich: Die Optik muss gefallen. Wenn es Richtung Scrambler oder Restaurierungen von alten Reiseenduros geht, brauch man einfach einen Reifen, der zum Fahrzeugkonzept passt und das ist in der Regel kein reiner Straßenreifen, denn dem fehlt an der Maschine einfach der Charme.

Zu guter Letzt:

„Auf der Straße oder querfeldein, mit Stollenreifen bist du fein!“

Speichenbruch am Motorrad – Was tun?

Ein Speichenbruch ist nicht der Regelfall im Leben eines Speichenrades, kann aber auftreten. Die Ursache ist nicht immer eindeutig bestimmbar und resultiert oft aus der Überschneidung mehrerer Faktoren und Ereignisse.

Eine Ursache für Speichenbruch liegt nicht selten in der fehlenden Wartung der Speichenräder. Dabei kann man mit einfachen Mitteln schon eine zuverlässige DIY-Kontrolle durchführen. Dazu haben wir unter anderem ein Video auf Youtube.

Da sich Speichen aufgrund der Zugbelastung über die Zeit etwas längen können, sollte man nach ca 5 bis 7 Jahren einen Radspanner für eine Kontrolle aufsuchen, sofern sich bis dahin kein unrunder Lauf bemerkbar gemacht hat. Dadurch lässt sich zum Einen eine ungleichmäßige Zugbelastung im Speichenrad vermeiden und zum Anderen kann die Fahrsicherheit von einem Fachmann kontrolliert werden.

Ein schwerer Unfall, frontaler Bordsteinkontakt oder eine extreme Gepäckzuladung bei schlechten Fahrbahnverhältnissen sind weitere Risiken, welche bei schlecht gewarteten Rädern zum Speichenbruch führen können. Aber auch Neufahrzeuge kann es betreffen, wenn die Fremdeinwirkung auf das Speichenrad stark genug ist.

Auch wenn man bei einem Speichenbruch zuerst schmerzlich an die nicht eingeplanten Kosten zur Instandsetzung denkt, ist es aber auch ein Schutz für Radnabe und Felgenring vor Überlastung. Wo bei einteiligen Alugußfelgen ein neues Exemplar gekauft werden muss, werden beim Speichenrad die Speichen ersetzt. Gerade im Zeitalter der Materialknappheit eine nachhaltige Option für Instandsetzungen.

Das Speichenalter stellt natürlich auch einen wichtigen Faktor dar, macht sich jedoch oft erst bei stärkeren Belastungen bemerkbar. Hier haben die Speichen unter Umständen nach 15 Jahren schon zu viel an Zugfestigkeit verloren, um eine schwer beladene Reiseenduro unbeschadet durch die Mongolei zu führen.

Der Speichenbruch tritt aufgrund der Zugbelastung im Fahrbetrieb in der Regel am Speichenkopf auf. Aus diesem Grund wird bei vielen Fahrzeugmodellen mit Dickendspeichen gearbeitet, um durch die Speichenverstärkung mehr Stabilität im Grenzbereich zu schaffen.

Also was tun, wenn eine Speiche gebrochen ist?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten:

  1. Neuen Speichensatz verbauen
  2. Einzelne Speichen einsetzen/ Rad flicken

Ein neuer Speichensatz macht Sinn, wenn die verbauten Speichen älter als 7 Jahre sind und man das Motorrad auch in Zukunft noch halten möchte.

Bei einem einzelnen Speichenersatz hat man im Idealfall noch Ersatzspeichen von der ursprünglichen Bestellung. Falls nicht, muss man welche auftreiben. Die Einzelfertigung ist oft kostspielig sofern überhaupt angeboten. Am günstigsten ist es, wenn gleich beim Radaufbau/ Speichenbestellung vom Fachmann vermerkt wird, dass auch je Sorte z.B. zwei Ersatzspeichen geliefert werden sollen. So hat man für eine mögliche Nachbestellung Muster vorliegen, wie auch für eine schnelle Instandsetzung passenden Ersatz.

Einhergehend mit dem Speichenbruch ist oft auch das nötige Nachspannen und Zentrieren der Räder, um den Höhen- und Seitenschlag zu beseitigen. Weitere Infos zu dem Thema findet ihr auch auf folgenden Seiten:

Pflegeanleitung für Pulverbeschichtungen

Wie pflege ich meine pulverbeschichteten Teile?

Pulverbeschichtete Oberflächen sind widerstandsfähig und langlebig, wo mit der richtigen Pflege Glanz und Schutzeigenschaften über viele Jahre erhalten bleiben. Wer zusätzlich eine Langzeitversiegelung wünscht, kann bei glatten Pulverbeschichtungen (nicht bei Feinstruktur oder Wrinkle-Oberflächen) auf spezielle Schutzprodukte zurückgreifen.

Bewährt haben sich hier drei hochwertige Pflegeprodukte:

  • Klassik Glass – der Nachfolger des bekannten Liquid Glass, eine klassische Hochglanzversiegelung.

Alle drei Produkte sind frei von Wachs, Silikon und Schleifmitteln und bieten einen dauerhaften Schutz vor Schmutz, Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen. Sie werden in ein bis drei dünnen Schichten aufgetragen und erleichtern künftige Reinigungen deutlich.

Warum eine Versiegelung vor dem Einbau sinnvoll ist?
Gerade neu beschichtete Bauteile stellen den idealen Ausgangspunkt für eine Versiegelung dar. Die Oberfläche ist ab Werk absolut sauber, fettfrei und unbeansprucht – also frei von Staub, Öl oder Rückständen.

Eine direkt nach der Fertigstellung aufgebrachte Versiegelung, versiegelt diese makellose Oberfläche dauerhaft. Das bietet mehrere Vorteile:

  • Schutz ab dem ersten Kilometer: Bereits beim Einbau und im anschließenden Betrieb sind die beschichteten Flächen optimal gegen Schmutz, Bremsstaub und Feuchtigkeit geschützt.
  • Erhalt des Glanz- oder Mattgrads: Glänzende, satinierte und matte Beschichtungen behalten ihren ursprünglichen Look länger bei.
  • Leichtere Reinigung in Zukunft: Schmutzpartikel haften schlechter an der versiegelten Oberfläche, was Pflege und Wartung vereinfacht.
  • Langfristige Werterhaltung: Der Oberflächenschutz reduziert Mikrokratzer und Oxidationseffekte, was besonders bei sichtbaren Fahrzeugteilen wichtig ist.

Kurz gesagt: Wer seine frisch beschichteten Teile gleich nach Erhalt versiegelt, schützt nicht nur das Finish, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Beschichtung erheblich.

Fallbeispiel 1: Fahrzeugteile mit Glanz-Pulverbeschichtung

Bevor gereinigt oder poliert wird, sollten die pulverbeschichteten Oberflächen zunächst gründlich vorgereinigt werden.
Am besten eignet sich dafür ein Wasserschlauch mit Spritzpistole und verstellbarer Düse, um groben Schmutz und Staub schonend zu entfernen. Vom Einsatz eines Hochdruckreinigers ist abzuraten – falls doch genutzt, bitte mindestens 70 cm Abstand halten!

Für große, glatte Sichtflächen bietet sich die Handwäsche mit einem Mikrofaserwaschhandschuh/ weichen Schwamm, sowie einem Eimer Warmwasser mit Glanzshampoo an. So bleibt der Glanzgrad der Pulverbeschichtung dauerhaft erhalten.

Empfehlenswert ist die Zwei-Eimer-Methode:
Ein Eimer enthält das Shampoo-Wasser, der zweite nur klares Wasser zum Ausspülen des Waschhandschuhs. Dadurch gelangen kaum Schmutzpartikel zurück in den Shampoo-Eimer, was feine Kratzer vermeidet.

Bei filigranen oder schwer zugänglichen Bauteilen – etwa bei Sprossendesign oder engen Winkeln – können weiche Bürsten helfen. Lässt sich hartnäckiger Schmutz nicht lösen, schafft Reinigungsknete in der Regel zuverlässig Abhilfe.

Zum Schluss die gereinigten Teile mit klarem Wasser abspülen und entweder an der Luft trocknen lassen oder mit einem Mikrofasertuch abtrocknen.

Fallbeispiel 2: Motorrad-Drahtspeichenräder mit Pulverbeschichtung

Bei pulverbeschichteten Motorrad Speichenrädern ist die Reinigung, abhängig vom Speichensystem, oft nicht ganz so einfach. Auf den Einsatz von Felgenreinigern sollte trotzdem verzichtet werden. Felgenreiniger können in Fügeflächen, etwa an den Speichennippeln eindringen, dort Rückstände hinterlassen, Alu oder Guß Elemente angreifen und zur Fleckenbildung führen.

Beginnen Sie auch hier mit der Vorwäsche gemäß Fallbeispiel 1. Anschließend die Felgen mit einem Eimer Warmwasser und Glanzshampoo, sowie einem Mikrofaserwaschhandschuh, weichen Schwamm oder Naturhaarpinsel reinigen. Es gibt auch Flausch Bürstenaufsätze, welche in einen Akkuschrauber gespannt werden können, um das Speichengebäude und Bereiche an der Nabe effizienter zu reinigen.

Um Kalkflecken durch Leitungswasser zu vermeiden, die Räder nicht an der Luft trocknen lassen, sondern mit einem Mikrofasertuch sorgfältig abtrocknen. Wer besonders gründlich arbeitet, kann mit Druckluft und Ausblaspistole verbleibendes Wasser rund um die Speichennippel entfernen – so entstehen keine Wasserflecken auf den Sichtflächen.

Als praktischen Abschluss empfiehlt es sich, in jeden Speichennippel einen kleinen Tropfen z.B. Ballistol zu geben. So bleiben die Gewinde gängig, falls irgendwann einmal Zentrierarbeiten nötig sind.

Motorrad Reifen, Reifenwechsel und Wuchten

Wann brauche ich neue Reifen?

Einen neuen Reifensatz für’s Motorrad sollte man sich spätestens nach 6 Jahren gönnen, wenn in der Zeit noch nicht die Mindestprofiltiefe von 1,6mm erreicht oder poröse Stellen sichtbar wurden. Frischer Gummi greift einfach besser und kann den Bremsweg im Vergleich zu einem älteren Exemplar um ein vielfaches verbessern. Jeder ist wohl schon einmal in diese eine Situation geraten, wo man seinen frischen Gummis nachher dankbar war, dass es auf den letzten Metern gereicht hat.

Gut zu wissen:

  • Das Reifenalter kann man anhand der DOT-Nummer auf der Reifenflanke herausfinden. „DOT 1019“ bedeutet zum Beispiel, dass der Reifen in der 10. Kalenderwoche des Jahres 2019 gefertigt wurde.
  • Diagonalreifen sind für schwere Motorräder oder Motorräder mit hoher Zuladung geeignet, da die Reifenflanken einen sehr verwindungssteifen Aufbau besitzen. Mit dem geht jedoch einher, dass dieser Reifentyp sich bei hohen Geschwindigkeiten durch die Fliehkräfte verformt, was sich negativ auf das Fahrverhalten auswirkt.
  • Radialreifen besitzen aufgrund der flexibleren Reifenflanken eine bessere Verzahnung der Lauffläche mit dem Untergrund. Die Auftstandfläche ist kürzer als beim Diagonalreifen, dafür aber breiter, wodurch größere Schräglagenwinkel möglich werden und mehr Grip gegeben ist. Durch den endlos gewickelten Gürtel, behält der Reifentyp auch bei hohen Geschwindigkeiten seine Form.
  • Die Mindestprofiltiefe bei Motorrad Reifen darf man nicht mit den TWI-Stegen (Verschleißmarken in den Profilrinnen) verwechseln, welche in der Regel nur 0,8mm hoch sind.
  • Die neue Bereifung auf den ersten 150km schonend einfahren.

Im Zuge der Reifenerneuerung sollte auch gleich der Rundlauf der Speichenräder kontrolliert werden, um einen möglichst fehlerfreien Betrieb der Speichenräder zu ermöglichen. Nötige Zentrierarbeiten werden vor der Montage der Neubereifung durchgeführt. Ein unrunder Lauf belastet durch ein verzogenes Speichengebäude den Radaufbau und kann im schlimmsten Fall zur Materialermüdung führen. Durch eine regelmäßige Pflege und Kontrolle kann die Langlebigkeit eines Speichensatzes deutlich erhöht werden.

Nach der Reifenmontage werden die Räder gewuchtet und auf Wunsch mit Motorrad Klebegewichten oder alternativ mit Speichen-Klemmgewichten, wie bei den alten Klassikern, bestückt. Durch das Wuchten der Räder wird die schwerste Stelle des Reifen-/ Felgenaufbaus ausgeglichen. Schon bei 15 Gramm kann es mit einer Sport-Bereifung bei höheren Geschwindigkeiten zu Vibrationen und Lenkerflattern führen. Ab 20 Gramm kann es sich auf die Langlebigkeit von Fahrwerkskomponenten auswirken.